Nina Mücke  Thomas Kriegisch  Peter Herbstreuth  Manfred Buschhaus Wilhelm Kaltenborn
Lichtfokus Grafschaft. Nachr. Helmut Höge, TAZ
Nina Mücke
zur Ausstellung von Monika Ratering
in der Indischen Botschaft in Berlin
„16000 Prinzessinnen heiraten Gott"

Die Künstlerin Monika Ratering zeigt ab dem 25. Februar in der Indischen Botschaft einen Bilderzyklus, der – von zahlreichen Asienreisen inspiriert – zwischen 2005 und 2008 entstanden ist.

Die Gemälde der Berliner Künstlerin atmen in jedem Winkel das reine Wesen der Malerei. Trotz des meisterhaften Duktus und professioneller Leichtigkeit in der Pinselführung sieht man ihren Bildern den zeitintensiven Entstehungsprozess deutlich an. Ratering beherrscht ein erstaunlich großes Farbspektrum und überführt es virtuos in magische Kompositionen. Trotz der immensen Farbigkeit – die sich dem Betrachter erst beim genauen Hinsehen ganz erschließt – hat jedes Bild einen klaren Fokus, einen vorherrschenden Ton, einen eindeutigen Farbklang.

Nie geht es ihr darum, abbildhaft Situationen wiederzugeben. Ihr eigenes tiefes Eintauchen in heilige Zeremonien und die faszinierenden Formen hinduistischer Gottesverehrung machen den hohen Grad an Abstraktion und Sublimation, den ihre Bilder auszeichnen, erst möglich. Die Vielfalt der Erlebnisse und Erfahrungen wird in eine Form der Einheit überführt, so dass Raum entsteht für plötzliche Stille inmitten aller Turbulenz.

Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Serie „Divali (I-IV)“. Divali – wörtlich übersetzt „Lichterkette“ oder „Reihe von Lichtern“ – gehört zu einem der bedeutendsten indischen Jahresfeste. Es symbolisiert den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit oder des Göttlichen über das, was den Menschen von Gott getrennt hält. Feuerwerke markieren die Überwindung negativer Eigenschaften und die Transformation hin zum Göttlichen. Ganz Indien ist in diesen 3 – 5 Tagen übersät mit unzähligen Lichtern. Die Gerüche, Rituale, Gesten und Emotionen verdichten sich zu hohen Energien, die den Gemälden von Monika Ratering wie eingebrannt scheinen.

Berlin, im Januar 2009